Wenn ein Volk etwas vom Deichschutz versteht, dann sind es wohl die Niederländer.
Gerade dort zeigt sich, dass Deichpflege nicht zwangsläufig in dem bisherigen Umfang durch Schafherden erfolgen muss. Artenreiche Blumendeiche können durch eine angepasste Pflege — etwa eine Mahd zweimal im Jahr — erhalten werden und zugleich einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten. Das zeigt: Naturschutz, Weidetierhaltung und Hochwasserschutz müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wo sachlich geplant wird, entstehen Lösungen, die ökologische Vielfalt stärken und zugleich praktische Anforderungen erfüllen. Das ist auch für die Debatte um Herdenschutz und Wolfsschutz bedeutsam: Der Schutz von Weidetieren und Deichen darf nicht als Vorwand dienen, den Schutz streng geschützter Arten zu schwächen und sie zu töten wenn praktikable, naturverträgliche Alternativen bestehen.