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Entgegen den Aussagen und Behauptungen der Bundesregierung, der zuständigen Bundes- und Landesminister sowie zahlreicher Politikerinnen und Politiker aller Couleur wurde mit der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz mitnichten Rechtssicherheit geschaffen — erst recht nicht die Grundlage für schnelle und rechtssichere Entnahmen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Vor der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz erfolgten Ausnahmegenehmigungen zur Tötung von Wölfen allein auf Grundlage von § 45 Abs. 7 BNatSchG. Verfahren und Zuständigkeiten waren damit klar im Artenschutzrecht im BNatSchG verankert. Nun müssen zusätzlich jagdrechtliche Normen geprüft werden. Zuständig werden Jagdbehörden, die von nationalem und europäischem Artenschutzrecht keine Ahnung haben — von vertieften Kenntnissen der Wolfsbiologie und Wolfsökologie ganz zu schweigen. Ebenso besitzen sie keine Kompetenz für das gesetzlich und unionsrechtlich verpflichtende Wolfsmonitoring und die Bewertung des Erhaltungszustandes des Wolfes.
Das Ergebnis ist keine Rechtssicherheit, sondern ein gefährlicher Kompetenz- und Zuständigkeitsnebel: Artenschutzrechtliche Entscheidungen werden in jagdrechtliche Strukturen verschoben, obwohl sie weiterhin an die strengen Vorgaben des BNatSchG und des Unionsrechts gebunden bleiben.
Entstanden ist ein Zuständigkeits-Tohuwabohu zwischen Jagdrecht, Naturschutzrecht, Bundesrecht, Landesrecht und Unionsrecht. Die Folgen: rechtswidrige, teilweise möglicherweise sogar strafrechtlich relevante Anordnungen durch Jagdbehörden, die sich auf Regelungen stützen, deren Vereinbarkeit mit geltendem Recht höchst zweifelhaft ist.
Besonders schwer wiegt: Weder die zuständigen Ministerien noch Amtsleitungen klären die Öffentlichkeit transparent über die tatsächlich geltende Rechtslage auf. Stattdessen entsteht der Eindruck, als sei diese Unklarheit politisch durchaus willkommen.
Denn wo Unsicherheit herrscht, lässt sich leichter behaupten.
Wo Zuständigkeiten verschwimmen, lässt sich Verantwortung leichter abschieben.
Und wo Recht nicht erklärt wird, kann Unrecht leichter als „Management“ verkauft werden.
Und die ohnehin schon völlig überlasteten Gerichte beziehungsweise Richter, die vom Artenschutzrecht und Jagdrecht, wenn überhaupt, häufig nur am Rande einmal etwas gehört haben, klammern sich unter ihrem enormen Zeitdruck notgedrungen an die Behauptungen der Bundesregierung ("Der Wolf ist in einem günstigen Erhaltungszustand.") und übernehmen diese ungeprüft. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Unterlagen zur Bewertung des Erhaltungszustands des Wolfes fehlt ihnen offenbar nicht nur die Zeit, sondern vielfach auch die Bereitschaft, sich überhaupt vertieft mit diesen komplexen fachlichen Grundlagen zu befassen. Es sei denn, der Richter oder die Richterin ist selbst Jäger/in, dann fällt das Urteil zugunsten der Jagd aus.
So versagt auch die Judikative beim Natur- und Artenschutz – ausgerechnet dort, wo sie als unabhängige Kontrollinstanz staatliches Handeln besonders kritisch überprüfen müsste.
Bestes Beispiel für die erschreckende Unwissenheit von Richtern im Artenschutzrecht ist dieses Urteil: https://wolfschutz-bibliothek.de/gesetze/nationales-recht/rechtsprechung-deutscher-gericht-zum-wolf/hessischer-verwaltungsgerichtshof-28-09-2026-8-b-2289-26-beschluss
Warum die Sonderregelungen zur Bejagung des Wolfes national- und unionsrechtswidrig sind
1. Artikel 14 Abs. 1 der FFH-Richtlinie lautet: Die Mitgliedstaaten treffen, sofern sie es aufgrund der Überwachung gemäß Artikel 11 für erforderlich halten, die notwendigen Maßnahmen, damit die Entnahme aus der Natur von Exemplaren der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten des Anhangs V sowie deren Nutzung mit der Aufrechterhaltung eines günstigen Erhaltungszustands vereinbar sind.
Gemäß Art. 288 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) sind die Richtlinien der EU für jeden Mitgliedstaat hinsichtlich des zu erreichenden Ziels verbindlich. Das bedeutet, dass jeder Mitgliedstaat, also auch Deutschland, auf seinem Hoheitsgebiet, den über die FFH-Richtlinie geschützten Wolf und seine Lebensräume in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren oder - sofern kein günstiger Erhaltungszustand vorliegt - diesen wiederherzustellen hat.
Artikel 14 spricht ausdrücklich von „Exemplaren“ und gerade nicht von „Vorkommen“ oder „Populationen“. Inwieweit daraus eine Rechtfertigung für ein populationsbezogenes Bestandsmanagement oder eine allgemeine Bestandsregulierung abgeleitet werden kann, ist unionsrechtlich bislang keineswegs abschließend geklärt. Hinzu kommt, dass Artikel 14 die Nutzung und Entnahme ausdrücklich an die „Aufrechterhaltung eines günstigen Erhaltungszustands“ knüpft.
Die Erklärung der Bundesregierung vom Oktober 2025, dass der Wolf in Deutschland in einem günstigen Erhaltungszustand ist, ist fachlich nicht belastbar, wissenschaftlich nicht nachvollziehbar und mittlerweile auch nicht mehr aktuell. verrat-am-wolf/der-krieg-gegen-die-woelfe-oder-wie-der-erhaltungszustand-guenstig-gelogen-wurde
Die Bewertung des Erhaltungszustandes muss aber fachlich belastbar, methodisch nachvollziehbar und anhand der unionsrechtlich vorgegebenen Kriterien erfolgen unter Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Daten. Da der Erhaltungszusstand des Wolfes in Deutschland damals wie heute auf nationaler Ebene "ungünstig-schlecht" ist, https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/entwicklung-diagramm (vorläufiges Ergebnis), ergibt sich aus Artikel 14 FFH-Richtlinie im Umkehrschluss ein Jagdverbot, folglich ein Verbot für ein Bestandsmanagement und von Entnahmequoten.
"Die Bewertung des Erhaltungszustandes einer Anhang V-Art und die Entscheidung, ob Exemplare dieser Art aus der Natur entnommen werden können, muss anhand der neuesten aus der Überwachung gemäß Art. 11 der FFH-RL gewonnenen wissenschaftlichen Daten durchgeführt werden. Die Bewertung muss dabei sowohl auf lokaler Ebene als auch auf Ebene der biogeografischen Regionen oder ggf. auch grenzüberschreitend durchgeführt werden (EuGH, Urt. v. 29.7.2024 - C-436/22, Rn. 65). So darf bspw. ein Bestandsmanagement nur durchgeführt werden, wenn ein günstiger Erhaltungszustand der betreffenden Anhang V-Art vorliegt und sich aus den Monitoringergebnissen ableiten lässt, dass eine begrenzte Entnahme von Einzeltieren die Bebehaltung des günstigen Erhaltungszustands nicht gefährdet. Sofern ein Mitgliedstaat in Anwendung von Art. 14 Abs. 1 FFH-RL Entscheidungen trifft, mit denen die Jagd einer Anhang V-Art erlaubt wird, so müssen zum einen diese Entscheidungen begründet, zum anderen aber auch die Überwachungsdaten bereitgestellt werden, auf die sich diese Entscheidungen stützen (EuGH, Urt. v. 29.7.2024 - C-436/22, Rn. 62). Nur so ist diese Entscheidung nachvollziehbar und überprüfbar." (Quelle: Meßerschmidt/Schuhmacher, Kommentar zum BNatSchG, D II 4.1, Rn. 58)
Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass der Wolf nach nationalem Recht weiterhin besonders und streng geschützt ist – siehe dazu diesen Beitrag: [Link] –, müsste die Jagd auf den Wolf sofort gestoppt werden.
2. § 22b BJagdG Maßnahmen nach Artikel 14 der Richtlinie 92/43/EWG in Bezug auf die Tierart Wolf; Verordnungsermächtigung
Toll, dass der Gesetzgeber hier noch einmal den Inhalt des Artikels 14 der FFH-Richtlinie wiederholt. An die verbindlich vorgegebenen Ziele der FFH-Richtlinie hält sich Deutschland ohnehin nicht. Und mit den Sonderregelungen zum Wolf im Bundesjagdgesetz verstößt Deutschland zugleich gegen die Ziele und Vorgaben eben jener FFH-Richtlinie, auf die man sich im Gesetzestext so schön beruft.
Da der Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland "ungünstig-schlecht" ist, hätte die erste Maßnahme darin bestehen müssen, eine ganzjährige Schonzeit festzulegen. Stattdessen ermöglichen die Sonderregelungen de facto eine ganzjährige Bejagung des Wolfes – ohne Rücksicht auf Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeiten.
"Für die in § 22b Abs. 1 Satz 2 BJagdG genannten Maßnahmen ist hervorzuheben, dass es das Ziel dieser Maßnahmen sein muss, den Erhaltungszustand des Wolfes zu verbessern und zur Erreichung eines günstigen Erhaltungszustandes beizutragen. Daher muss mit den Maßnahmen eine Einschränkung der Wolfsentnahme erreicht werden - eine Ausweitung der Jagd ist nicht zulässig (vgl. EuGH, Urt. v. 29.7.2024 - C-436/22 (ASCEL), Rn. 58). Sowohl die Bewertung des Erhaltungszustandes als auch die Frage , ob es angezeigt ist, entsprechende Maßnahmen zu erlassen, ist unter Berücksichtigung insbesondere der neuesten wissenschaftlichen Daten durchzuführen (vgl. EuGH, Urt. v. 29.7.2024 - C-436/22 (ASCEL), Rn. 65)." (Quelle: Meßerschmidt/Schuhmacher, Kommentar zum BNatSchG, D II 4.1, Rn. 67)
Fazit zu dieser Norm: gesetzgeberisches Blabla; wir tun nur so, als ob uns unionsrechtlichen Vorgaben interessieren würden ...
3. § 22c Zusätzliche Verbote in Bezug auf die Tierart Wolf
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§ 22d Abs. 3 BJagdG
"Da eine Bejagung des Wolfes nur bei Vorliegen eines günstigen Erhaltungszustandes erfolgen darf (vgl. Art. 14 FFH-RL), wird mit Abs. 3 [des § 22d] eine Ausnahmeregelung geschaffen, die auch bei Vorliegen eines ungünstigen Erhaltungszustands [...] Wolfsentnahmen erlaubt. Die FFH-Richtlinie normiert in Art. 16 Abs. 1 FFH-RL, unter welchen Voraussetzungen Ausnahmen erteilt werden können (günstiger Erhaltungszustand, keine anderweitige zufriedenstellende Lösung, Vorliegen eines Ausnahmegrundes nach Art. 16 Abs. 1 lit. a) - e) FFH-RL [...]. Die Regelung des § 22d BJagdG bleibt [...] hinter den Vorgaben des Art. 16 Abs. 1 FFH-RL zurück. Problematisch erscheint hier bereits, dass das FFH-Recht auch die Erteilung einer Ausnahme nach Art. 16 Abs. 1 FFH-RL an das Vorliegen eines günstigen Erhaltungszustandes knüpft und dies auch durch die Rechtsprechung des EuGH bestätigt ist. [...]
Auch fehlt in Satz 1 [des § 22d Abs. 3 BJagdG] die europarechtlich zwingend vorgegebene Vorausetzung, dass es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung geben darf. [Stichwort: Herdenschutz] Weiter verlangt Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 lediglich, dass die Bejagung zur Abwendung land-, forst-, fischerei- oder wasserwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden erfolgt, während nach Art. 16 Abs. 1 lit. b) nur "ernste" Schäden eine Ausnahme rechtfertigen können." (Quelle: Meßerschmidt/Schuhmacher, Kommentar zum BNatSchG, D II 4.1, Rn. 77)
Fazit zu dieser Norm: Bei einem ungünstigen Erhaltungszustand darf keine allgemeine Bejagung des Wolfes stattfinden. Einzelentnahmen kommen nur unter den strengen Voraussetzungen des Art. 16 Abs. 1 der FFH-Richtlinie in Betracht. Und das bedeutet für den Herdenschutz: Die erforderlichen Schutzstandards dürfen nicht willkürlich abgesenkt werden, um Wolfsrisse zu provozieren und anschließend Abschüsse zu rechtfertigen. Ebenso wenig dürfen sogenannte Weidegebiete oder Interventionsgebiete eingerichtet werden, die im Ergebnis nichts anderes als wolfsfreie Zonen darstellen und damit die unionsrechtlichen Schutzvorgaben umgangen werden. § 22d Abs. 3 BJagdG ist unionsrechtswidrig.
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Anhand eines Falles wird dies im Folgenden erläutert.
Sowohl die Naturschutzinitiative e. V. als auch der Freundeskreis freilebender Wölfe e. V. ist gegen die Entscheidung der Landrätin des Landeskreises Uckermark (Brandenburg) vorgegeangen. Die Naturschutzinitiative e. V. hat dazu einen Beitrag verfasst. Hier in Auszügen aufgeführt:
"In Brandenburg/Uckermark sollen die Elterntiere eines Wolfsrudels mit Hilfe von Nachtsichtgeräten getötet werden. Das würde auch den Tod der Wolfskinder bedeuten. ...
Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat gegen die Entscheidung des Landkreises Uckermark (Untere Jagdbehörde), Wölfe aus der Natur zu entnehmen, beim Verwaltungsgericht Potsdam den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, weil in der Uckermark der Weidetierschutz noch unzureichend praktiziert wird. Die Zäune für die weidenden Schafe sind unter anderem nicht hoch genug und können und müssten aufgerüstet werden.
Der Landkreis hat sich für seine Abschussgenehmigung auf eine neue Vorschrift im Bundesjagdgesetz berufen (§ 22d Absatz 3 BJagdG). Diese Vorschrift jedoch ist nach Auffassung der NI fehlerhaft formuliert worden.
Der Gesetzgeber hat nach Auffassung der NI die Vorgaben der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) nicht hinreichend beachtet. Nach der neuen Jagdrechtsvorschrift entfällt nämlich die Prüfung, ob im Einzelfall die bisherigen Schutzzäune aufgerüstet werden könnten. ...
... Die Abschussverfügung ist offensichtlich rechtswidrig. Sie verstößt gegen § 22d Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BJagdG i.V.m. § 45 Abs. 7 Satz 1, Satz 2 BNatSchG in seiner unionsrechtlichen Auslegung nach Art. 16 Habitatrichtlinie.
... Es wird bestritten, dass die streitgegenständlichen Wölfe Zäune von 1,20 Meter Höhe und mit eingeschalteten Stromlitzen übersprungen haben oder solche Zäune mit Untergrabeschutz untergraben haben sowie dass es ethnologische Erkenntnisse gibt, welche darauf hinweisen, dass Wölfe ihre (diese?) Fähigkeiten an alle Wölfe des Rudels weitergeben. Das Untergraben von Zäunen, welche keinen Untergrabeschutz aufweisen ist arttypisches Verhalten von Wolf und Hund. Das Untergraben ist eben durch Untergrabeschutz zu verhindern.
Zumutbare Alternativen
§ 22d Abs. 3 Satz 1 BJagdG ist eine artenschutzrechtliche Vorschrift, welche im Jagdgesetz steht. Sie setzt – wie § 45 Abs. 7 Satz 1, Satz 2 BNatSchG, welche nunmehr in Bezug auf den Wolf von § 22d Abs. 3 BJagdG verdrängt worden sei – den Art. 16 Abs. 1 Habitatrichtlinie um.
Das Jagdrecht, welches an sich parallel anwendbar ist (Art. 14 Abs. 1 Habitatrichtlinie mit Anhang V der Richtlinie), ist im Streitfall nicht anwendbar, weil die Jagdzeit erst am 1. Juli 2026 beginnt; § 22d Abs. 2 BJagdG. ... Abgesehen hiervon, wäre der § 22d Abs. 2 BJagdG sicherlich noch gar nicht anwendbar, wenn und weil der Erhaltungszustand der Tierart Wolf entgegen der Verlautbarung der Bundesregierung im Jahre 2025 noch gar nicht „günstig“ i.S.d. Art. 1 lit. i Habitatrichtlinie ist.
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Es bleibt also bei Art. 16 Habitatrichtlinie. Dieser setzt drei Dinge voraus:
- Entnahmegrund Nr. 1 bis Nr. 5 (= ohne Jagdzeit/Jagdausübung)
- keine Alternative/Lösung
- keine Verschlechterung des Erhaltungszustands der Population (EuGH-Rechtsprechung; Wortlaut: weiterhin: „günstiger“ Erhaltungszustand der Population)
§ 22d Abs. 3 Satz 1 BJagdG hat lediglich die erste Voraussetzung/Maßgabe umgesetzt – den Entnahmegrund nach Art. 16 Abs. 1 lit. b Habitatrichtlinie. Es fehlen aber die beiden anderen; vgl. § 45 Abs. 7 Satz 2 Var. 1 BNatSchG (Fehlen einer zumutbaren Alternative) und § 45 Abs. 7 Satz 2 Var. 2 BNatSchG (Erhaltungszustand der örtlich betroffenen Population der Art). ..."
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Notizen für weitere Bearbeitung:
- „Hybride“ nicht nur allgemein, sondern konkret Wolf-Hund-Hybriden.
- Nicht „mit einem Haushund und einem Wolf“, sondern „zwischen Haushund und Wolf“.
- Artenschutzrechtlich relevant sind insbesondere Hybride der ersten vier Generationen, weil sie artenschutzrechtlich wie Wölfe behandelt werden können. Das folgt aus der EU-Artenschutzverordnung; die DBBW formuliert dazu, dass Hybridtiere, bei denen in den vier vorhergehenden Generationen ein Exemplar einer Art aus Anhang A oder B vorkommt, wie reine Arten unter die Verordnung fallen.
https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/Bundesl%C3%A4nder/umgang-mit-hybriden?utm_source=chatgpt.com
Artenschutzrechtlich relevant sind jedoch sogenannte Wolf-Hund-Hybriden, also Nachkommen aus Verpaarungen zwischen einem Haushund (Canis lupus familiaris) und einem Wolf (Canis lupus). Da der Wolf in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 gelistet ist und damit nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG als streng geschützte Art gilt, unterliegen auch Wolf-Hund-Hybriden jedenfalls in den ersten vier Generationen dem artenschutzrechtlichen Schutzregime.
Eine Besonderheit gilt für sogenannte Wolf-Hund-Hybriden. Nachkommen aus Verpaarungen zwischen Haushund (Canis lupus familiaris) und Wolf (Canis lupus) sind artenschutzrechtlich relevant, weil Hybriden mit Wolfsanteil in den ersten vier Generationen grundsätzlich dem Schutzstatus des Wolfes unterfallen. Sie dürfen daher nicht frei behandelt oder getötet werden; ein Vorgehen gegen solche Tiere bedarf einer behördlichen Grundlage.
Seit der BJagdG-Änderung gibt es für Wolfshybriden in freier Natur außerdem § 22f BJagdG. Danach sind Vorkommen von Hybriden zwischen Wolf und Hund auf Anordnung der zuständigen Behörde durch den Jagdausübungsberechtigten zu erlegen; sie unterliegen aber nur insoweit dem Jagdrecht.
Artenschutzrechtlich relevant sind insbesondere Wolf-Hund-Hybriden, also Nachkommen aus Verpaarungen zwischen Haushund (Canis lupus familiaris) und Wolf (Canis lupus). Der Haushund selbst unterliegt nicht dem besonderen Artenschutz. Der Wolf ist jedoch in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 gelistet und gehört damit zu den streng geschützten Arten im Sinne des § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG. Hybride, bei denen in den vier vorhergehenden Generationen in direkter Linie ein Exemplar einer in Anhang A oder B gelisteten Art vorkommt, werden artenschutzrechtlich wie Exemplare dieser gelisteten Art behandelt. Wolf-Hund-Hybriden der ersten vier Generationen unterfallen daher dem Schutzregime des Wolfes und dürfen nicht ohne tragfähige gesetzliche oder behördliche Grundlage gefangen, in Besitz genommen oder getötet werden. "dem für den Wolf geltenden artenschutzrechtlichen Schutzregime“
a — aber nicht unmittelbar im BNatSchG als eigene „Vier-Generationen-Regel“. Die Regel steht im EU-Artenschutzrecht, das in Deutschland unmittelbar gilt und über § 7 BNatSchG in das deutsche Schutzsystem hineinwirkt.
Fundstelle
Die entscheidende Regelung steht in den Erläuterungen zur Auslegung der Anhänge A, B, C und D der Verordnung (EG) Nr. 338/97, dort Nr. 11:
Hybride Tiere, bei denen in den vier vorhergehenden Generationen in direkter Linie ein oder mehrere Exemplare einer Art der Anhänge A oder B vorkommen, fallen wie reine Arten unter die Verordnung, auch wenn die betreffende Hybridart nicht ausdrücklich in den Anhängen aufgeführt ist.
Das ist die eigentliche Rechtsquelle für die Vier-Generationen-Regel.
Verbindung zum deutschen Recht
Der Wolf ist in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 gelistet. § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG knüpft den Begriff der streng geschützten Arten u. a. an Arten des Anhangs A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 an. Das BMUKN formuliert deshalb: Hybriden in den ersten vier Generationen unterliegen dem gleichen Schutzstatus wie Wölfe; dies ergebe sich aus der Verordnung (EG) Nr. 338/97, und der Wolf sei wegen Anhang A i. V. m. § 7 Abs. 2 Nr. 13 a BNatSchG streng geschützt.
Die DBBW stellt es ähnlich dar: Hybriden der ersten vier Generationen unterliegen dem gleichen Schutzstatus wie Wölfe; der Wolf sei in Anhang A der Verordnung gelistet und damit nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG streng geschützt.
Die sogenannte Vier-Generationen-Regel ergibt sich nicht unmittelbar aus dem Bundesnaturschutzgesetz, sondern aus Nr. 11 der Erläuterungen zur Auslegung der Anhänge A bis D der Verordnung (EG) Nr. 338/97. Danach fallen hybride Tiere, bei denen in den vier vorhergehenden Generationen in direkter Linie ein oder mehrere Exemplare einer Art der Anhänge A oder B vorkommen, wie reine Arten unter die Verordnung, auch wenn die betreffende Hybridform nicht ausdrücklich in den Anhängen aufgeführt ist. Da der Wolf in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 gelistet ist und § 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG an diese Listung anknüpft, unterfallen Wolf-Hund-Hybriden innerhalb dieser vier Generationen dem für den Wolf geltenden artenschutzrechtlichen Schutzregime.
Zusatz: § 22f BJagdG
Seit der jüngeren jagdrechtlichen Regelung gibt es außerdem § 22f BJagdG zu Wolfshybriden. Danach sind Vorkommen von Hybriden zwischen Wolf und Hund in freier Natur auf Anordnung der zuständigen Behörde durch den Jagdausübungsberechtigten zu erlegen; sie unterliegen aber nur insoweit dem Jagdrecht.
Das ändert aber nicht die Herkunft der Vier-Generationen-Regel: Die steht im EU-Artenschutzrecht, nicht im BJagdG und nicht ausdrücklich im BNatSchG.